Anbaugebiete
Mehr als die Hälfte der weltweiten
Weinproduktion übernehmen die
drei Weinländer Frankreich, Italien
und Spanien in denen auch
mehr als die Hälfte aller Rebflächen
weltweit liegen.
Frankreich
Was in der Literatur Goethe, Shakespeare und Dante bedeuten, sind beim Wein Bordeaux, Burgund und die Champagne.
Der Atlantik sowie das Mittelmeer, die langen Flusstäler der Loire und der Rhone, die Kieshügel des Bordelais, die Kalkböden Burgunds sowie die Kreide der Champagne schaffen ideale Bedingungen für den Weinanbau und eine unübersehbare Vielfalt an Rebsorten.
Frankreich ist sowohl als Weinerzeuger als auch im Weinkonsum weltspitze.
Italien
Nach Frankreich ist Italien sicher das mit Wein am stärksten in Verbindung gebrachte Land - schon in der Antike nannten die Griechen Italien, "das vom Wein gesegnete Land".
Neben dem Piemont mit seiner berühmten Nebbiolo-Traube sind die bedeutensten Anbaugebiete die Toskana (Hauptrebsorte ist hier die Sangiovese) sowie Veneto und Friaul, in welchem die besten Weißweine des Landes reifen.
Aber auch Süditalien ist im Kommen und entwickelt neues Selbstbewusstsein in der Weinherstellung - die bekannteste Rebsorte besonders guter Preis/Leistungsweine ist die Nero d’Avola.
Deutschland
Der Weinbau ist in Deutschland auf den kulturellen Einfluss der Römer zurückzuführen, die die Gunstlagen der natürlichen Flussterrassen erkannten.
Der größte Teil der deutschen Weine liegt daher im südlichen Teil Deutschlands mit seinen warmen Talgründen der Flüsse, die Schutz vor dem nördlichem Klima, mit seinen tiefen Temperaturen und harten Wintern bieten.
Neben dem größten Weinanbaugebiet Rheinhessen sind vor allem die Pfalz, Baden und Württemberg von Bedeutung.
Die Weinproduktion in Deutschland ist relativ gering, aufgrund des recht hohen Pro-Kopf-Konsums von etwa 24 Liter im Jahr sind wir aber der grösste Wein-Importeur weltweit!
Spanien/Portugal
Spanien ist riesig, fast überall im Land wächst Wein, vom kühlen Galizien bis hin zum glühenden Hochland im Zentrum des Landes.
Das momentan angesagteste Weinanbaugebiet des Landes ist das Ribera del Duero – das traditionell bekannteste der Rioja, in welchem vorwiegend aus der Tempranillo-Rebe erzeugte Rotweine in Eichenfässern zu dieser holztypischen Vanillesüße heranreifen.
Portugal bringen viele eigentlich nur mit Portweinen in Verbindung, jedoch wächst im Norden des Landes ein hervorragender Vinho Verde.
Die neue Welt
Obwohl schon seit über 400 Jahren aufgrund der Kolonialisierung der Spanier in der neuen Welt Wein angebaut wird – sind diese Weine erst seit relative kurzer Zeit in unser Bewusstsein getreten. Es fing in den späten 60er Jahre mit dem Weinwunder Kalifornien an – heute ist das Napa Valley ein traditionsreiches Spitzenwein-Anbaugebiet.
Ab den 80ern drangen aufgrund der Globalisierung des Weinbaus immer mehr Gebiete auf der Südhalbkugel dieses Planeten in das Bewusstsein der Europäer – Australien, Neuseeland, Südafrika, Chile, Argentinien.
Zum Teil sind einige alte Rebsorten, erst in de Neuen Welt richtig zur Geltung gekommen.
Beim Sauvignon Blanc und Neuseeland könnte das durchaus der Fall sein, so sehr haben sich hier zwei Seelen gefunden. Bis in die 80er-Jahre hinein lag das klassische Vorbild aller Sauvignon Blancs an der Loire in Frankreich. Dann kamen auf einmal Flaschen aus dem neuseeländischen Marlborough nach Europa und schlugen dort wie ein Blitz ein. Alle Experten waren sich einig: „A new star is born“ – einer uralten Rebsorte war im fernen Neuseeland neues Leben eingehaucht worden.
Aber auch in Chile bieten die einzigartigen klimatischen Bedingungen des Landes mit tagsüber warmen sowie sommernächtlichen Temperaturen von mitunter weniger als 10 Grad ideale Anbaubedingungen für kraftvolle komplexe Weine.
Als typisch chilenische Weinsorte gilt die alte Bordeaux-Rebsorte Carménère. In keiner Region der Erde wird diese Rebsorte professioneller und umfangreicher angebaut als in Chile. Mit den Rebsorten Cabernet Sauvignon, Syrah, Merlot sowie anderen bekannten Rebsorten wie z. B. Pinot Noir, zählt Carménère zu den Pflanzen, die weltweit reimportiert werden.
Chile wurde nämlich im 19. Jahrhundert von der großen Reblausplage aufgrund der geographischen Abgeschiedenheit verschont, weshalb die Abkömmlinge, die aus alten unversehrten Bordeauxreben hervorgegangen sind, besonders begehrt sind. Selbst nach Frankreich wurden daher nach der Ausrottung ganzer Landstriche aus Chile Rebsorten reimportiert.
Chile ist weltweit das einzige Land, das bisher von der Reblaus verschont wurde. Auch der falsche Mehltau ist in Chile bislang nicht aufgetreten. Daher können weniger Chemikalien eingesetzt werden, und auf die Veredlung der Rebsetzlinge kann komplett verzichtet werden.

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