Der Anbau
Der Weinberg ist die Keimzelle der Qualität. Nachdem in den 70 und 80er Jahren es vielen Winzern gefiel, in moderne Kellertechnologie zu investieren, besinnen sich heute inzwischen wieder viele verstärkt auf die Wurzeln der Qualität: der Bearbeitung des Weinbergs. Dieser Arbeitsprozeß entscheidet neben den klimatischen Einfluss, ob das Qualitätspotential, das im Boden steckt, voll ausgeschöpft wird.
Dazu gehören u.a. Bodenpflege, Rebenschnitt und die Schädlingsbekämpfung. Hier verbreiten sich auch immer mehr biologische Weinabau-Prinzipien.
Lese und Kelterung
Die Weinlese (Ernte) ist der eigentliche Höhepunkt des Weinjahres - hier entscheidet sich, ob es gelingt, die mühsam der Natur abgewonnenen Qualitäten unbeschadet in den Keller zu bringen. Es ist einer der heikelsten Phasen in der Weinbereitung, der Transport der Trauben in den Keller. Die Trauben müssen diesen Weg möglichst unverletzt und kühl überstehen, damit der Saft nicht oxidiert oder unkontrolliert zu gären beginnt. Viele Winzer nutzen dazu die kühleren Nachtstunden oder kleine Eimer mit Wasser.
Im Keller werden die Trauben entstielt und die Beeren möglichst sanft aufgebrochen, damit der Saft austreten kann.
Pressen
Der wichtigste Unterschied bei der Herstellung von Rot- und Weißwein ist der unterschiedliche Zeitpunkt, wann die Maische abgepresst wird, also wann der Most von den Schalen und Kernen getrennt wird.
Beim Weißwein macht man das schon vor der Gärung, beim Rotwein erst nach der Gärung.
Das ist auch der eigentliche Grund, warum Rotwein rot und nicht weiß ist, denn sowohl Fruchtfleisch wie auch Saft der roten wie weißen Trauben ist zunächst nahezu identisch gelblich-farblos. Erst durch den Kontakt des Mosts mit den zerquetschten Schalen diffundieren die Farbstoffe von der Schale in den Most.
Die Gärung
Die Hefen, einzellige Pilze, wandeln den Zucker des Traubensaftes in Alkohol um, aus dem Most (Saft) entsteht Wein.
Die Kühlung
Wenn der Kellermeister nicht eingreifen würde, würde die Temperatur des Mosts während der Gärung kontinuierlich ansteigen und in kurzer Zeit 30 Grad Celsius und mehr übersteigen, das wäre in der Regel für die Qualität des Weines sehr schädlich - Weißweine verlieren dabei ihre Frische, Rotweine schmecken grob und wie gekocht.
Deswegen müssen die meisten Weine bei ihrer Gärung gekühlt werden - der Grund warum die Weinherstellung früher auch vorwiegend in tiefen Kellern stattfand. Heute dagegen werden in der Regel moderne Kühlanlagen benutzt, die man genauestens steuern kann.
Die Gärzeit
Das Ende der Gärung ist erreicht, wenn die Hefen ihre Tätigkeit einstellen, das kann auf natürliche Weise geschehen, wenn der Zucker im Most vollständig in Alkohol umgewandelt ist oder der Alkoholgehalt auf über 15% steigt. Ist zu diesem Zeitpunkt noch Zucker im Wein, verbleibt eine Restsüße.
Die Klärung
Nach der Gärung sind die Weine voller Trübstoffe - diese müssen schonend entfernt werden, entweder durch mehrmaliges Umfüllen (auch "Abstechen" genannt) oder Filtration oder Klärung mit geschlagenem Eiweiß, welches sich mit den Trübstoffen verbindet und sie zu Boden sinken lässt.
Die malolaktische Gärung
Bei dieser zweiten Gärung verwandeln nun Bakterien unerwünschte Säuren in die weichere Milchsäure. Gerade bei Rotweinen ist dieses erwünscht, sie werden dadurch angenehmer und runder - man nennt diesen Vorgang auch biologischen Säureabbau.
Der Ausbau in Fässern
geschieht eigentlich nur bei Rotweinen, diese bekommen aus dem Eichenholz zusätzliche Tannine (antioxidative Gerbstoffe) sowie würzige Aromen wie Vanille, Toastbrot oder Kaffee und gewinnen an Komplexität. Die Zeitspanne für den Ausbau ist unterschiedlich lang. Sie kann im Minimalfall nur einige Wochen – im Maximalfall bis zu mehreren Jahren betragen.
Abfüllung und Reife
Weißweine werden nach der Gärung gefiltert und in Flaschen gefüllt - sie sind häufig sofort verkaufsbereit und aufgrund fehlender Antioxidantien nicht solange haltbar wie Rotweine. Die Ausnahme bilden einige Chardonnay-Weine, die auch im Fass ausgebaut werden.
Rotweine benötigen bis sie ihren optimalen Geschmack entfaltet haben, häufig noch eine längere Reifezeit in der Flasche, in welcher sich die Tannine abbauen und so die Adstringenz des Weines zurückgeht.

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